Hochgrebe übernimmt Vorsitz im Verwaltungsrat der GGL

Finley Patterson · Aug 12, 2026

Hochgrebe übernimmt Vorsitz im Verwaltungsrat der GGL

Christian Hochgrebe bei der Übernahme des GGL-Vorsitzes im Juli 2026

Christian Hochgrebe, Staatssekretär für Inneres in Berlin, hat am 1. Juli 2026 den Vorsitz im Verwaltungsrat der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder übernommen und löst damit Sandro Kirchner aus Bayern ab. Dieser Wechsel fällt in eine Phase, in der die 16 Bundesländer den Glücksspielstaatsvertrag von 2021 einer gründlichen Prüfung unterziehen, deren Ergebnis bis zum 31. Dezember 2026 als offizieller Bewertungsbericht vorliegen muss.

Die GGL koordiniert die Umsetzung des GlüStV 2021 auf Bundesebene und überwacht Aspekte wie die Kanalisierung des Marktes, den Spielerschutz sowie die Wettbewerbsfähigkeit der regulierten Angebote. Hochgrebe bringt als neuer Vorsitzender seine Erfahrung aus der Berliner Landesregierung ein, während Kirchner die Behörde in den ersten Jahren nach Inkrafttreten des Vertrags geleitet hatte.

Der Übergang und seine Rahmenbedingungen

Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Länder bereits erste Daten zur Wirksamkeit des Staatsvertrags sammeln und auswerten, denn der Bericht muss bis Jahresende 2026 konkrete Aussagen zur Kanalisierungsquote, zum Schutz vulnerabler Spielergruppen und zur internationalen Konkurrenzfähigkeit deutscher Lizenzen liefern. In den ersten Monaten nach der Amtsübernahme wird Hochgrebe den laufenden Abstimmungsprozess zwischen den Ländern koordinieren und die Vorbereitung des Evaluationsberichts vorantreiben.

Beobachter der deutschen Glücksspielregulierung weisen darauf hin, dass die föderale Struktur weiterhin Einfluss auf die Entscheidungsfindung nimmt, da jedes Bundesland eigene Interessen in den gemeinsamen Gremien einbringt. Die GGL selbst fungiert als zentrale Schnittstelle, die Lizenzvergaben, Werbeüberwachung und Spielersperrsysteme bundesweit abstimmt.

Der GlüStV 2021 im Evaluierungsprozess

Der Interstate Treaty on Gambling von 2021 sieht vor, dass die Länder bis Ende 2026 eine umfassende Bewertung vorlegen, die neben der Kanalisierung des illegalen Marktes auch die Wirksamkeit von Maßnahmen zum Spielerschutz und die Wettbewerbssituation regulierter Anbieter untersucht. Hochgrebe hat in seiner neuen Funktion die Aufgabe, diesen Prozess administrativ zu begleiten und die Ergebnisse der 16 Landesregierungen zusammenzuführen.

Statistische Erhebungen der Behörde zeigen bisher, dass ein Teil der Nachfrage in regulierte Kanäle gelenkt werden konnte, während gleichzeitig der Anteil des Schwarzmarkts weiter beobachtet wird. Der anstehende Bericht soll diese Entwicklungen quantifizieren und gegebenenfalls Anpassungsbedarf aufzeigen.

Sitzung des GGL-Verwaltungsrats mit Vertretern der Bundesländer im Sommer 2026

In den kommenden Monaten bis August 2026 werden Expertengruppen der Länder weitere Daten zu Spielverhalten, Werbewirkung und Lizenzvergaben zusammentragen, um den Bericht pünktlich fertigzustellen. Hochgrebe hat bereits angekündigt, den Austausch mit den Landesbehörden zu intensivieren und technische sowie rechtliche Fragestellungen im Vorfeld zu klären.

Relevante Aspekte der laufenden Überprüfung

Die Evaluation des GlüStV 2021 konzentriert sich auf drei Kernbereiche: die Quote der Kanalisierung, den effektiven Schutz von Spielern vor problematischem Verhalten sowie die Konkurrenzfähigkeit deutscher Lizenzen im europäischen Vergleich. Daten der GGL dienen als Grundlage für diese Analyse, ergänzt durch externe Studien und Berichte von Marktforschungsunternehmen.

Einzelne Bundesländer haben bereits eigene Stellungnahmen vorbereitet, die in den gemeinsamen Bericht einfließen sollen. Der Verwaltungsrat unter Hochgrebe wird diese Beiträge konsolidieren und sicherstellen, dass der finale Text bis zum Stichtag am 31. Dezember 2026 bei den zuständigen Ministerien vorliegt.

Internationale Organisationen wie die European Gaming Association verfolgen den deutschen Prozess ebenfalls aufmerksam, da ähnliche Regulierungsmodelle in anderen EU-Staaten diskutiert werden. Ergänzende Analysen stammen auch von Forschungseinrichtungen wie dem EU Justice and Consumers Department, die vergleichende Daten zu Online-Glücksspielmärkten bereitstellen.

Ausblick auf die weiteren Schritte

Bis zum Abschluss der Bewertung bleibt die GGL mit der laufenden Lizenzüberwachung und der Koordination von Spielersperren beschäftigt. Hochgrebe wird in dieser Phase sowohl interne Abläufe optimieren als auch den Dialog mit den Ländern aufrechterhalten, um den Bericht termingerecht fertigzustellen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im ersten Quartal 2027 öffentlich diskutiert und könnten Grundlage für spätere Anpassungen des Staatsvertrags bilden.

Fazit

Der Wechsel an der Spitze der GGL markiert den Beginn der finalen Phase der GlüStV-Evaluation, in der bis Ende 2026 belastbare Daten zu Kanalisierung, Spielerschutz und Marktwettbewerb zusammengetragen werden müssen. Hochgrebe übernimmt diese Koordinationsaufgabe zu einem Zeitpunkt, an dem die 16 Länder ihre Positionen abstimmen und technische sowie rechtliche Details klären. Die kommenden Monate werden zeigen, wie der Prozess unter neuer Leitung voranschreitet und welche Erkenntnisse der Abschlussbericht liefert.